Donnerstag, 24. September 2026

Pilz-Schick im Zoozimmer: Die ungenutzte Frosch-Lounge

Ich war mal wieder im heimatlichen Pfälzerwald unterwegs als mir spontan eine Idee gekommen ist:  Baumpilze im Zoozimmer. 

 

Pfälzerwald

Die gibt es ja bei uns eigentlich überall und so hab ich mal ein paar mit ins Zoozimmer genommen und in einem Terrarium montiert. Die Optik ist schon mal Premium. Ich war der festen Überzeugung, dass die Frösche das genauso sehen und direkt zum obersten Pilz aufbrechen, um die Aussicht zu geniesen. Hhm ... bislang hab ich jedoch noch keinen oben gesehen 😔. Vielleicht ist ihnen ja der Aufstieg zu anstrengend oder die Herrschaften leiden – genau wie ich – an akuter Höhenangst. Keine Ahnung. 


Baumpilzlayout

 

Mir jedenfalls gefällt das neue Layout. Zwischenzeitlich hatte ich noch Bedenken, dass die Pilze im Lauf der Zeit weiterwachsen könnten und ich sie mit Hammer und Meißel von der Seitenscheibe kratzen müsste. Aber Tante Google hat mich beruhigt. Ein Problem könnte eher entstehen, wenn sie aufgrund der vorhandenen Luftfeuchtigkeit anfangen zu schimmeln. Bislang ist jedoch weder Wachstum noch Schimmel feststellbar. 

Wir beobachten das Spektakel trotzdem weiter und werden ggf. hier berichten. Und wir vermelden selbstverständlich auch, wenn die Bewohner ihre Höhenangst überwinden und die neuen Dachterrasse ganz oben mit „Knocking on Heaven’s Door“ feierlich eröffnen.

Gruß

Frank 

Freitag, 18. September 2026

endlich Wochenende

Endlich etwas ausspannen. Falls ihr euch fragt, wie die Kombination aus Tour-de-France-Training und Nachtschicht im Botanischen Garten aussieht: Schaut mich an. Diese Woche mit dem Dreirad runde 140 Km ins Büro geradelt und jeden Abend volles Programm im Zoozimmer. 

Die To-Do-Liste war lang (und ist es irgendwie immer noch): Der Brummer hat neues Licht bekommen, ein Wabikusa wurde frisch aufgesetzt, zwei neue Wabikusas warten noch auf ihr Makeover und in einem  Terrarium wachsen jetzt Baumpilze. Ein Aquarium im Block kriegt noch Bambusstäbe (wenn ich mich aufgerafft habe) und – ach ja – das neue Projekt namens Carnivorium wurde zum Abschluss gebracht.  

Das war (und ist auch noch) eine Menge Arbeit. Aber jetzt ist erst mal Wochenende. Und bevor ich mich genau dorthin verabschiede, will ich noch schnell ein Bild vom Zuckerstück der Woche zeigen:  die 'Königin der Anthurien' Anthurium warocqueanum hat im Elysium ein wunderschönes Blatt getrieben. Ein absoluter Traum -  schaut selbst. 

  



Macht’s gut, ich bin dann mal weg. Musik an, Kopf aus, Wochenende! 😎

Frank

 


 

Samstag, 12. September 2026

Mesonautas ziehen aus, asiatische Taskforce zieht ein

Ich habe es getan. Ich habe die Mesonauta egregius abgegeben und dafür den auf knapp 15 Tieren zusammengeschrumpften Schwarm an Rotkopfsalmlern auf stolze 110 Tiere wieder aufgestockt. Danke an mein Stammgeschäft Aquaristik Partner in Lampertheim, dass ihr meine drei Paare aufgenommen habt. Dort kann man die Tiere auch erwerben - vielleicht am besten am 26.09.2026 im Zusammenhang mit einem Besuch der Faszination Fisch, die an diesem Wochenende ebenfalls in Lampertheim stattfinden wird. 

Meine Mesonauta abzugeben ist mir nicht leichtgefallen, denn auch wenn sie sich an den Salmlern vergriffen haben, so hatten sie doch gewisse Persönlichkeiten entwickelt. Wenn es z.B. ans futtern ging war es ihnen egal, ob der Finger des Pflegers sie mal spaßeshalber wegzuschupsen versuchte - das hat sie null beeindruckt. 

Ich war deshalb schon versucht, ihnen Namen zu geben. Den Weibchen gemäß dem Alphabet die Namen Alexandra, Birgit und Celine. Die ABC-Girls. Bei den Jungs wäre ich nicht so kreativ gewesen, da fiel mir nur der Name Sebastian ein. Sebastian 1, Sebastian 2 und Sebastian 3. 

Vor allem bei Fisch-Alexandra war ich immer wieder verblüfft wie sie die Welt um sich herum komplett vergessen hat, wenn ich mit der Fischfutterdose vorm Aquarium aufgetaucht bin.

 

meine Mesonauta im Händlerbecken


Zum Glück hab ich keine Namenstaufe durchgeführt, denn dann wär mir der Abschied heute noch schwerer gefallen wenn ich wüsste, dass Alexandra, Birgit und Celine sowie die drei Sebastians nun in einem Zoogeschäft abhängen. Dieses Lied für Euch. 

Warum habe ich es jetzt trotzdem getan ? Weil ich insbesondere bei der futterverrückten Alexandra und den drei Sebastians mich nicht mehr getraut habe, kleinere Fische einzusetzen und weil ich genau das jetzt tun musste, da der Pinselalgenbewuchs im Pott mit dem Einbau der neuen Beleuchtung rasant angestiegen ist. Deshalb habe ich neben den Rotkopfsalmlern auch noch gleich zehn Pinselalgenfresser Crossocheilus reticulatus mitgebracht, die hier Abhilfe schaffen sollen. Dass diese Jungs Pinselalgen zum Fressen gern haben, konnten sie schon im Brummer eindrucksvoll unter Beweis stellen. 

Ich habe mit ihrem Erwerb sogar gegen meinen bisher eisernen Grundsatz "Nur Fische aus derselben Region werden zusammengehalten "verstoßen, denn der Pott war bislang als reines Südamerikabecken konzipiert. Die Crossocheilus sind jedoch eine asiatische Taskforce und stammen aus Thailand, Laos oder Kambodscha.

Nun gut. Südamerika trifft Südostasien. 

Ab heute also Multikulti im Zoozimmer ! Auf zu neuen Ufern in meinem Flagschiff, dem Pott. 

Frank 

Mittwoch, 9. September 2026

Neues aus dem Zoozimmer: Pleiten, Pech und Bromelien

Eines meiner jüngsten Projekte ist nicht so verlaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Greenhouse stand erst seit Anfang 2025 im Zoozimmer und war zur Heimat tropischer Aroid-Schönheiten geworden.  Mit diesen Regenwaldbewohnern hat es mir viel Freude bereitet und gut ins Zoozimmer gepasst.

O.k. zugegeben, es hat nicht immer Freude bereitet, wie das Beispiel meiner Begonia darthvaderiana gezeigt hat, die zwischendurch beschlossen hatte, die dunkle Seite der Macht zu wählen und deshalb als botanisch-medizinischer Notfall in ein Terrarium umziehen musste. Mittlerweile hat sie sich dort aber wieder berappelt. 

Als jedoch im Winter 2025 dann die ersten Weißen Fliegen auftauchten war Feierabend mit dem Spaß an der  tropischen Idylle. Ab da liefen für mich im Greenhouse eigentlich nur noch die Imagine Dragons mit "Demons" in Dauerschleife, denn es ging mit den Bewohnern richtig bergab.

Weiße Fliegen sind typische Gewächshausschädlinge und saugen den Pflanzensaft aus ihren Opfern, was dazu führt, dass deren Blätter komplett vergilben und absterben. Genau das haben diese Mini-Dämonen meinen Lieblingen angetan und ihnen sprichwörtlich den Saft abgedreht. Es gab einige Todesfälle 😢. 

Auch die eingeleiteten Abwehrmassnahmen mit Gelbtafeln oder dem mehrmaligen  Einnebeln aller Pflanzen mit  azadirachtinhaltigen Präparaten hat nichts geholfen. Die Weißen Fliegen sind immer wieder zurückgekommen und haben munter nächste Generationen gezeugt 😡. 

Ich habe deshalb einen radikalen Entschluss gefasst und mich bis auf zwei zähe Überlebende von allen befallenen Pflanzen getrennt, das Greenhouse radikal abgespritzt.und desinfiziert.

 

wir kennen uns


Jetzt wohnen dort kleinbleibende Bromlien und Tillandsien. Diese Jungs kenne ich schon lange aus der Terraristik, die kennen mich - das funktioniert.

Hoffentlich. 

Auf ein langes Leben der neuen Crew !

Frank 

  

 

 

Dienstag, 8. September 2026

Der heilige Gral der Ostafrikaner

Keine Urlaubsreise ohne den obligatorischen Abstecher in ein Aquarien- oder Terrariengeschäft. Doch was mich dieses Mal erwartete, sprengte schlichtweg jede Vorstellungskraft. Ich durfte den heiligen Gral der Aquaristik für Ostafrikaner betreten.

In meinen mittlerweile fast 40 Jahren als aktiver Aquarianer habe ich viel gesehen. Sehr viel. Aber das hier ? Das war eine völlig andere Dimension: das Aquahaus-Gaus in Willinghausen-Wasenberg (Hessen). Ich schreibe nicht von einem normalen Laden, sondern von der wahrscheinlich größten Zucht- und Verkaufsanlage der Welt für Cichliden aus den ostafrikanischen Grabenseen !

 

Eingangsbereich

 Die nackten Zahlen allein jagen einem schon einen Schauer über den Rücken:

  • 3.500 qm Betriebsfläche ! 
  • Mehr als eine Million Liter ! 
  • Runde 3200 Becken ! 
  • Riesige Zierfischzuchtanlge ! 
  • Weltweiter Versand ! 

Diese gigantische Anlage wird von gerade einmal fünf Mitarbeitern in einem absolut makellosen Top-Zustand gehalten. Ich habe keine einzige veralgte Scheibe, keine schmuddeligen Ecke gesehen. Wenn ich da im Stillen an meine eigenen elf Aquarien zu Hause denke… kann ich vor Ehrfurcht nur den Hut ziehen 😮.

 

gigantische Anlage

Der optische Eindruck war absolut erstklassig, phänomenal und meisterhaft !

Wer mich kennt, weiß, dass Ostafrikaner – mit Ausnahme der charmanten Tanganjika-Schneckenbuntbarsche im Treppenhausaquarium  – eigentlich nicht auf meiner Favoritenliste stehen. Aber diese Hallen haben mich komplett überwältigt und maximal geflasht. Die scheinbar endlosen Gänge sind akribisch nach Fanggebieten gegliedert, riesige Areale exklusiv für die professionelle Zucht reserviert.  

 

Gliederung nach Fanggebieten

 

Und die Artenvielfalt ist einfach überwältigend - alleine wenn man sieht, was da so an Scheibensalmlern rumschwimmt - Hammer ! Das muss man einfach mal gesehen haben. Musikalisch fällt mir dazu nur Hubert Parrry's Jerusalem ein.

 

Scheibensalmler

 

Ich bin trotzdem bescheiden geblieben: habe aus dem Bereich Asien (es gibt bei weitem nicht nur Ostafrikaner zu sehen) ein paar Kielbauchbärblinge (Chela dadyburjoni) und Querstreifenbärblinge (Danio erythromicron) zur Ergänzung meiner vorhandenen Bestände mitgenommen.

Und im Gepäck eine Erinnerung an das größte und  spektakulärste Aquariengeschäft meines bisherigen Aquarianerlebens. 

Frank 

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...