Bei meiner neuen Begonie handelt es sich um eine Hybride aus der legendären Begonia darthvaderiana aus Sarawak und einer bislang unbekannten zweiten Art aus der Sektion Petermannia. Ganz genau weiß das niemand. Ihre genaue Abstammung liegt im Nebel der botanischen Geschichte verborgen. Fest steht jedoch: als das Original erst 2014 in den Nebeln der Regenwälder Borneos entdeckt und als Begonia darthvaderiana beschrieben wurde, war die Begeisterung groß.
Dunkle, samtige Blätter, ein Name mit maximaler Autorität und eine Erscheinung, die sofort klar machte: das ist keine gewöhnliche Begonie und zwar in jeder Hinsicht. Denn es stellte sich schnell heraus, dass sich das Original in Kultur ungefähr so nachsichtig verhält wie Darth Vader auf Ausreden - mit Null Toleranz.
| Begonia darthvaderiana 1 |
Deshalb begann man zu kreuzen und zu hoffen, dass am Ende etwas entsteht, das nicht bei jeder kleinen Störung zur dunklen Seite wechselt.
Meine Begonie ist nun das Ergebnis eines solchen Versuchs. Optisch steht sie der echten darthvaderiana jedoch erstaunlich nahe. Der Unterschied: ein etwas breiterer heller Blattrand und zufällig verteilte grüne Punkte – als hätte der Imperator persönlich ein paar zusätzliche Sternensysteme in die Galaxiekarte eingezeichnet. Das ist auch der Grund, warum die Kreuzung als Begonia darthvaderiana „Green Spots“ verkauft wird, streng genommen handelt es sich jedoch nicht um die reine Art. Man könnte deshalb sagen: offiziell imperiale Optik, technisch gesehen eine Allianzlösung.
| Begonia darthvaderiana 2 |
Jetzt zur guten Nachricht: Sie ist deutlich robuster als das Original und verlangt im Gegensatz zur echten Begonia darthvaderiana keine permanente Überwachung durch einen Jedi-Meister (der ich in Sachen Pflanzenpflege definitiv auch nicht nur ansatzweise bin 😀).
Die weniger gute Nachricht: Wohnzimmerpflanze wird sie trotzdem nicht. Ein Greenhouse oder Terrarium bleibt weiterhin Pflichtprogramm. Im Zoozimmer wird sie deshalb in das Greenhouse einziehen.
Übrigens: laut Literatur soll sie mit erstaunlich großen, rosafarbenen Blüten überraschen – ein unerwartet freundlicher Kontrast zu ihrem düsteren Blattwerk. Mal sehen, ob ich das mal hinbekomme.
Kurz gesagt: dramatisches Aussehen, aber deutlich weniger Diva als das Original.
Gruß
Frank
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