Es ist nicht mein erster Anlauf in der Welt der botanischen Raubtiere: Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal einen Versuch mit fleischfressenden Pflanzen gewagt – allerdings mit mäßigem Erfolg.
Rückblickend lag das Scheitern wohl schlicht an der zu geringen Luftfeuchtigkeit. Doch so schnell geben wir hier bekanntlich nicht auf. Aus Fehlern lernt man, und deshalb präsentieren wir heute stolz den optimierten Nachfolger: das Carnivorium in Form des Umbaus eines alten Bekannten, des Miststückes.
| das Carnivorium |
Eigentlich war dieses Schreibtisch-Nanoaquarium für den Keller bestimmt. Als Strafe für permanenten Algenverdruss sollte es dort sein Dasein zwischen alten Blumentöpfen und ausrangierten Eimern fristen. Doch wer das Zoozimmer kennt, weiß: aus neuen Ideen erwachsen hier viel zu schnell neue Projekte. So auch beim Carnivorium. Das alte Glasbecken wurde kurzerhand wieder hervorgekramt und bildet nun die Basis für eine faszinierende Mini-Sumpflandschaft.
Als Fundament dient eine solide Drainageschicht aus Vulkangrus, gefolgt von spezieller Karnivorenerde.
Zwei schwarze Lavasteine, die noch im Fundus lagen, lockern das Ganze ästhetisch auf und geben dem Moor Struktur.
Das absolute Highlight – im wahrsten Sinne des Wortes – ist die Beleuchtung: Das LED-System CII RGB von Chihiros setzt das Setup perfekt in Szene und lässt den Sumpf dank seiner RGB-Power in maximaler Farbintensität erstrahlen.
Ein äußerst praktischer Nebeneffekt ergibt sich durch das Untergestell. Der Sumpf thront auf einem kleinen Beistellregal, das dank zusätzlicher Stellfläche den ohnehin knappen Platz für Literatur im Wohnzimmer entlastet. Ein Teil der Frosch- und Pflanzenlektüre konnte so direkt in das Zoozimmer umziehen. Unten anspruchsvolle Fachliteratur, oben ein brodelndes Moor – und das alles in direkter Nachbarschaft zur Zoozimmercouch 😊.
| oben Sumpf, unten Bücherregal |
Im Sumpf selbst residiert eine sorgsam ausgewählte Wohngemeinschaft, eingebettet in farbenfrohe Kissen aus Rotem Torfmoos:
Er besetzt den hinteren Bereich und nutzt das Licht der Chihiros optimal aus. Seine klebrigen Tentakel glänzen effektvoll im RGB-Licht und fangen zuverlässig jede Trauermücke ab.
Er breitet sich als flacher, hellgrüner Teppich auf dem Torf aus. Was optisch wie ein dichter Mini-Rasen wirkt, geht unterirdisch mit winzigen Fangblasen auf die Jagd nach Kleinstlebewesen
| Sumpf |
Couch-Entertainment auf einem völlig neuen Level. Mein Fazit: Das Carnivorium ist das wohl pflegeleichteste (etwas Regenwasser alle zwei Wochen genügt), nützlichste (Goodbye Trauermücken) und zugleich platzsparendste Projekt seit Langem.
Wer braucht schon freie Regalflächen, wenn man ein illuminiertes Moor als Buchstütze neben der Couch haben kann ?
Euer Frank
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